Nachdem immer wieder Nachfragen wegen eines Gedenktreffens in München an mich gerichtet wurden, gingen mir unendlich viele Gedanken im Kopf herum.
Als ich diese sortiert hatte, startete ich eine Anfrage, wie viele Fans und Freunde denn kommen würden. Die Zahl näherte sich der 20 zu und da stand es für mich fest, es muss zum 10.Todestag ein Gedenktreffen in München geben.
Dazu holte ich mir Margret mit in das Boot und los ging es. Ich kümmerte mich um die Lokalität, Termine und Einladungen und die Medien.
Margret hingegen hatte die grandiose Idee, Künstlerkollegen vom Rex anzuschreiben, und sie zu bitten uns für diesen Tag ein Schreiben auszuhändigen, wie sie ihre Zeit mit Rex erlebt haben. Diese kamen erst zögerlich und dann hintereinander weg. Der erste und schnellste war „Onkel Jürgen“ und wir waren überglücklich, dass die Aktion so schön anfing. Von ca. 60 Anfragen trafen dann auch wirklich und wahrhaftig ca.30 Briefe ein mit oft sehr persönlichen Worten. Am meisten wurde von unserem Rex als liebenswerten „Gentleman“ im Showgeschäft erzählt und dass man auch heute noch von ihm spricht und man manchmal denkt, er kommt jetzt gleich um die Ecke. Zu dieser Zeit schickte uns Regina aus der Schweiz auf einmal eine Idee zu, zum Beispiel den Leonhard oder die Lena Valaitis anzuschreiben ob sie uns etwas für die Fans aufschreiben würden. Margret und mir blieb die Luft weg und wir holten Regina mit in das Boot der „Wisser“.
Unser Bestreben war, alle Fans von damals aus der Zeit anzuschreiben und zum Gedenktreffen einzuladen. Alle halfen mit, dass keiner von damals vergessen wurde. 22 Freunde machten dann ihre Zusage und ein paar mussten leider aus persönlichen Gründen absagen. Jedoch einige von damals sahen es nicht als angebracht sich für die Einladung zu bedanken und Anstands halber abzusagen. Das fand ich persönlich sehr erschreckend, denn man verlebte doch einst wundervolle Stunden gemeinsam mit Rex.
Der Termin wurde auf den 24.Oktober gelegt, einen Samstag. Damit jedem die Gelegenheit gegeben wurde kommen zu können und einem eventuellen Termin am Montag, dem eigentlichen Todestag vom Rex, nicht in die Quere zu kommen.
Ich erinnerte mich, dass Dave mit mir bei einem München Besuch im Sommer, in ein Restaurant ging und sagte: „Ich führe Dich jetzt mal dahin wo ich mit Rex oft Essen war“. Dort haben sie sogar ein Bild vom Rex auf gehangen. Das Lokal heißt „Theatiner“ in der Theatinerstraße. Es war gemütlich dort und gefiel mir. So suchte ich mir von dort die Telefonnummer heraus und rief an. Es fand ein überaus freundliches Gespräch statt und bei all meinen Fragen zur Ausstattung wegen Musik und extra Raum bekam ich immer fröhlich die Antwort „kein Problem“. Das flößte mir Vertrauen ein und wie sich ja dann auch heraus stellte war es eine gute Wahl.
Ich schrieb an das ZDF für “Hallo Deutschland“ und an die ARD für „Brisant“ und beide erklärten sich gerne bereit einen Beitrag über Rexl's 10.Todestag zu bringen und versprachen, uns am Grab und in das Lokal mit der Kamera zu begleiten. Ebenso schrieb ich an die Bild in München und auch da war man erfreut bereit über den Tag und uns zu berichten.
Die Zeit verging und in Emails an Freunde deutete ich immer die restlichen Tage bis zum Gedenktreffen an und die Spannung stieg.
Zwischenzeitlich mailte mir Regina aus der Schweiz immer einige Entwürfe von verschiedenen Dekorationen, die sie mit Liebe für den Abend gestaltete. In dieses Boot stieg dann auch Veronika aus Leipzig und für die Deko war reichlich gesorgt. Conny erkundigte sich, was einige gemeinsam auf das Grab legen wollten und machte sich dazu Gedanken und tüftelte ihrerseits dafür.
Regina Schulz und Michael erklärten sich bereit für Foto- und Filmarbeiten zu sorgen und alles war geregelt. Jeder tat seine Vorfreude in einer SMS, Email oder einem Telefonat kund.
Am 20. Oktober begab ich mich per Bahn auf die Reise nach Paderborn zu Margret und Wolfgang.
Dort erreichte uns noch ein Anruf der TZ aus München den uns Dave vermittelt hatte. Eine sehr freundliche Frau Kistner wollte für ihre Zeitung auch einen Bericht vom Gedenktreffen machen und ich gab ihr einige Anregungen dafür am Telefon, was sie, wie sich später heraus stellte, wunderbar umsetzen konnte.
Am Freitag den 23. Oktober fuhren wir drei von Paderborn nach München und trafen uns am Abend mit Regina und Heinz, Veronika und Lothar und Margit und Helmut schon mal im Restaurant Theatiner zum „testen“.
Als ich mich dem dortigen Geschäftsführer vorstellte sagte der nur, auf sie komme ich nachher noch mal zu. Mir rutschte das Herz in die Hosentasche, denn ich dachte nun hat der keinen Platz für uns alle oder sonst was ist passiert. Es kam dann ein netter Kellner auf mich zu und bat mich (die drei anderen Frauen nahm ich zur Verstärkung mit) in einen Raum zu sehen. Er zog eine Schiebetüre auf und uns vier Frauen blieb der Atem stehen. Es war ein wunderschöner Raum mit zwei langen Tafeln. Diese waren mit weißen Tischdecken bestückt sowie mit roten Kerzen, roten Blumengestecken und roten Servietten dekoriert. Und dann.....in der Mitte an der Wand des Raumes befand sich wie ein kleiner Altar auf dem sich wieder ein weißes Tuch befand mit zwei roten Kerzen, zwei wunderschönen großen roten Rosen und in der Mitte davon stand das Bild von Rex wo er seinen letzten roten Bühnenanzug trug.
Es war erst einmal ganz ruhig, man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Mir liefen die Tränen runter und ich hatte einen Kloß im Hals und ein flattern in der Magengegend. Weil doch alles so schön und mit wirklich viel Liebe ausgestattet war. Damit hatte keiner von uns gerechnet und alle vier Frauen standen wir glücklich da und staunten. Dann aber bedankten wir uns ganz doll bei dem Kellner und überreichten ihm eine Belohnung für seine Mühe. Veronika und Regina konnten schon mit ihrer Deko beginnen, da sie diese an dem Abend gleich mit gebracht hatten. Nachdem wir diese auch noch gebührend bestaunt hatten, konnten wir getrost den ersten Abend in fröhlicher Runde genießen und schwelgten in Erinnerungen an Rex.
Am Samstagmorgen um 12 Uhr dekorierten Margret und ich noch unsere mitgebrachten Poster von Rex an die Wände und hingen unsere Bühnenjacken zu Veronikas an die Garderobe. Diese Jacken haben wir Alexander/ Dave zu verdanken. Er rettete diese Kleidungsstücke indem er sie uns anvertraute. Aus einem Video mussten wir nämlich erfahren, dass die Witwe aus der Münchner Wohnung viele von Rexl's Kleidung in die Mülltonne geworfen hat. Wie viele Fans und Freunde wären über ein persönliches Teil vom Rex sehr dankbar gewesen. Selbst das hat die Witwe Conny auf ihre Anfrage hin abgelehnt. Sie hat dafür alle Bilder und viele Preise vom Rex nach Chemnitz gegeben. Dazu enthalte ich jetzt jeglichen Kommentar. Umso dankbarer sind wir, dass uns Dave eine sehr persönliche Erinnerung an den Rex hat zukommen lassen.
Nach dem dekorieren fuhren Wolfgang, Margret und ich mit der S-Bahn zum Ostfriedhof wo uns am Eingang schon der Heinz und andere erwarteten. Ein Teil war schon am Grab und dort begaben wir uns dann auch erst einmal hin.
Dort angekommen wunderten wir uns doch sehr, denn am Grabstein hing ein billiger, silberner Plastik Handtuchhalter an dem ein Kranz mit weißen Rosen hing und der somit die Namen am Grabstein verdeckte. Alle waren sehr befremdet und ich nahm mir die Freiheit und entfernte den Haken und legte den Kranz unten an den Grabstein, denn es erschien mir doch sehr billig und ich dachte es war ein übereifriger Fan und wenn das die Witwe sehen würde gäbe es natürlich wieder Ärger und wir würden über solch billige Geste in Verdacht geraten. Es wurde aber auch anders spekuliert und ich glaubte das nicht und trat noch die Verteidigung an. Ein paar Tage später wurde ich eines anderen belehrt.
Wir entfernten uns dann noch einmal vom Grab um, wie mit dem Fernsehteam abgesprochen, vor deren Kamera alle gemeinsam an das Grab zu gehen. Das taten wir dann auch und dort angekommen nahmen wir uns alle an die Hand und gedachten eine Schweigeminute lang an unseren Rex.
Dabei konnten auch nach 10 Jahren noch so manche Tränen nicht zurück gehalten werden, denn:
Die Zeit heilt keine Wunden, sie lehrt uns nur mit dem Unbegreiflichen zu leben.
Danach machten die zwei Teams vom Fernsehen ihre Interviews und die Reporter ebenso. Dabei und auch später im Lokal fiel Veronika durch ihre wunderbare gelassene Haltung vor der Kamera auf.
Wir waren alle sehr stolz auf sie, denn nicht jeder kann damit so toll umgehen wie sie.
Über Internet war auch eine Jutta aus München mit mir in Verbindung getreten, sie gab an, Rex aus den 70igern zu kennen, war uns allen aber, incl. Dave unbekannt. Sie hat ihrerseits Verbindung mit der AZ in München aufgenommen und trat mit Tochter am Grab auf. Leider ergab sich dann die Situation, dass die beiden (selber ohne eine Blume für das Grab angekommen) sich für die Fotografin der AZ mit unseren Gestecken und Kerzen bestückt in Pose setzten. Das wiederum konnten wir nicht zu lassen unter diesen Umständen und ich bat die Fotografin davon abzusehen, was diese auch sofort eingesehen hat. Es war aber von der AZ noch ein junger „Schreiberling“ anwesend und er beschäftigte sich dann mit den beiden Damen. Unaufgefordert heftete er sich auf dem Weg zum Restaurant an unsere Fersen und als ich ihn ansprach, wo er denn hin möchte meinte er sehr zielstrebig zum Theatiner. Aha, dachte ich mir nur, na ja die Geister die ich rief. Nur…diesen Geist hatte „ich“ nicht gerufen. Jutta und Tochter fragte ich noch, warum sie denn ohne etwas zum Grab gingen, wenn sie vor hatten sich fotografieren zu lassen. Da bekam ich die merkwürdige Antwort, wir kommen ja am Montag noch einmal....?! Was natürlich nicht der Fall war....soweit wir das überblicken konnten. So wie sie auftauchten waren sie wieder verschwunden.....merkwürdiger Besuch.....
Dem Schreiberling erzählte ich naiv und ahnungslos unterwegs von der merkwürdigen Situation mit Mutter und Tochter. Ebenso, dass ich von der Presse vor kurzem leider völlig falsch interpretiert wurde und aus einer Anekdote mit Rex wurde plötzlich eine Heirat mit Rex Gildo. Just dieses Material benutzt dieser Herr Geiger von der AZ um uns dann leider in dieser Zeitung am nächsten Tag völlig falsch darzustellen. Er schrieb unverschämter Weise von Neid und Zank einer skurrilen Gemeinde, die dort mal nicht ausgelacht wurde. Ich muss gestehen, dass uns noch nie in den 30 Jahren der Vorliebe für den Künstler Rex Gildo jemand ausgelacht hat. Diesem Herrn, der auch noch ganz vergessen hat, sein Getränk im Lokal zu bezahlen und wir das dann mal schnell für ihn erledigt haben, schlage ich vor, er möge sich an dem wundervollen Artikel von Frau Kistner von der Zeitung TZ orientieren.... . Ihr Stil, in einer Tageszeitung an einen großen Künstler zu erinnern und über seine treuen Anhänger zu berichten hat einfach Klasse....was man von seinem widerlichen, unverständlichen Bericht keineswegs behaupten kann. Er hat noch einen weiten Weg vor sich und ich möchte sein schlechtes Benehmen uns Beteiligten gegenüber seiner Jugend und Unerfahrenheit zuschreiben.
Für uns brachte der Nachmittag wunderschöne, harmonische Stunden im Theatiner bei denen Margret und ich die Fans und Freunde mit den oft sehr sensiblen und interessanten Briefen der Künstlerkollegen vom Rex unterhalten konnten. Auch dabei floss so manche Träne der Rührung und alle Fans und Freunde sagen ein lautes Hossa als Danke an die Künstlerkollegen die uns Schreiben überlassen haben für diesen Nachmittag. Es wurden die wunderbaren Hits vom Rex im Hintergrund gespielt und viele Erinnerungen wurden wach. Ich habe noch zu Rexl's Lebzeiten mal ein „Märchen“ über meine Zeit mit Rex geschrieben und das konnte ich an diesem Abend auch noch vorlesen. Rex verriet mir einmal, als ich es ihm zu unserem 25.Jahrestag schenkte, dass er beim lesen des Märchens die ein oder andere Träne dabei vergossen hat. So erging es auch manchem Zuhörer an diesem Abend.
Es wurden viele Bilder gemacht und spät am Abend ging ein wunderschönes Treffen in Erinnerung an unseren Rex zu Ende.
Keiner hat es bereut, dass er aus der Schweiz, Nürnberg, Berlin, Paderborn, Gelsenkirchen, Brilon, Rheda-Wiedenbrück, Speyer, Hannover, Leipzig, Schweinfurt oder München zum Treffen gekommen ist. Im Gegenteil, alle wollen wir in Verbindung bleiben und gemeinsam weiter für Rex Voten.
Am Sonntag ging jeder erst mal seiner Wege und sah sich das schöne München an. Man traf sich am Abend im Hotel an der Bar wo auch Dave dazu kam oder ging gemeinsam Essen. Renate, Regina und Micha fuhren am Samstagabend noch nach Nürnberg zurück, kamen aber am Montag wieder nach München zurück. Veronika und Margit mit Mann sind am Sonntag nach Hause gefahren.
Am Montagmorgen trafen wir uns noch einmal am Marienplatz um gemeinsam zum Friedhof zu fahren. Mit der Angst im Nacken, ob denn wieder das Grab schon abgeräumt sei. Ich möchte hier eine Begebenheit von mir und einem Gärtner erzählen. Im September 2008 besuchte ich mit einem guten Freund das Grab und wollte meine Blumen vor das Grab, wie es vorgeschrieben wurde, ablegen. Wir bemerkten einen Mann am Nebengrab der uns beobachtete.
Auf dem Gehweg stand das Auto einer bekannten Gärtnerei. Der Mann kam dann zu uns herüber und fragte mich ob ich zur Familie des Verstorbenen gehöre was ich verneinte. Da meinte er kopfschüttelnd, dann muss ich das, was sie da jetzt hinlegen, sofort wieder weg räumen. Mir verschlug es erst mal die Sprache und fragte warum. Er antwortete, dass die Witwe das Recht habe so zu handeln. Es bestehe ein Auftrag bei seiner Firma, dass er umgehend alles was abgelegt wird ,weg zu räumen habe. Mein Freund fragte den Mann noch, dass er das alles nicht verstehe und wen man damit eigentlich Schaden möchte. Dem Verstorbenen oder uns .Worauf der Mann uns natürlich keine Antwort geben konnte.
Er tat ja nur seine Arbeit. Wir aber gingen fassungslos mit den Blumen wieder von dannen. Seither lege ich für Rex eine Rose am Grabstein ab, in der Hoffnung sie möge ein paar Stunden wenigstens liegen bleiben dürfen.
Am 26.10.dem eigentlichen Todestag vom Rex, gesellte sich auch Alexander/Dave zu uns und wir gingen gemeinsam zum Friedhof. Was ihm hoch anzurechnen ist, denn gerade diese Zeit ist immer die schwerste Zeit für ihn im Jahr und die Erinnerung daran wird wohl nie aufhören. Bei keinem von uns.
Am Grab lag alles noch da und jedem ging das Herz wieder auf. Margret und ich hatten noch einmal einen Strauß roter Rosen mitgebracht die Conny wunderschön am Grab dekorierte. So hat es unser Rex geliebt, denn Blumen waren sein ein und alles. Er ging mit den Bühnensträußen von uns immer sehr sorgfältig um, das konnten wir bei den unendlich vielen Konzerten die wir mit ihm erleben durften, immer sehr deutlich beobachten. Und es gab auch eine Zeit in der er diese Blumensträuße voller Stolz seiner Frau mit nach Hause brachte.
Wir gedachten wieder in minutenlangem Schweigen an Rex und begaben uns dann in ein Lokal in der Nähe des Friedhofes um dort gemeinsam ein Mittagsessen einzunehmen. Inzwischen war noch Monika aus Berlin mit Tochter dazu gekommen. Die Raucher verschwanden ab und an mal nach draußen. Irgendwann kamen dann die Männer zurück und strahlten ihre Frauen an. Sie hielten voller Stolz jeder ein Plakat von Rex in der Hand das sie aus den Zeitungskästen gemopst hatten mit den Gedanken, dass diese am nächsten Tag im Müll landen ,so sie aber von uns ewig in Ehren gehalten werden. Zu dem Plakat muss ich noch erwähnen, dass wir das Frau Kistner von der TZ zu verdanken haben. Es war nämlich das wahnsinnig schöne Bild von Rex mit einer kleinen Mieze auf der Schulter, das bei ihrem Artikel über uns in der Zeitung war. Dazu stand als Schlagzeile ein Auszug aus einem wunderbaren Vers von Regina aus der Schweiz. Er passt sooo gut zu Rex.
Wenn ihr mich sucht, dann sucht mich in eurem Herzen. Wenn ihr mich dort findet, dann lebe ich in euch weiter.
Als ich am Marienplatz am Morgen ankam, empfingen mich die Freunde mit dem Satz :Ute, du hast es geschafft, dass Rex heute über ganz München schaut. Ich : ähm....was ist los, ich hatte nämlich noch keinen dieser Zeitungskästen gesehen. Dann aber kamen wir zu einem Kasten und ich war hoch erfreut und den Satz werde ich nicht so schnell vergessen.
An unserem letzten gemeinsamen Grabbesuch nach dem Essen erlebten wir dann wiederum eine ungeheuerliche Begebenheit. Es standen ca. 10 Personen um einen kleinen, weißhaarigen Mann herum und der erzählte etwas. Erst dachten wir, das sei wieder die Presse. Doch dann stockte uns allen der Atem. Da steht doch glatt einer dieser berüchtigten Grabführer und labert die Geschichte wie sie eine gewisse bösartige Klatschpresse nieder schreibt, runter. Wir waren alle so entsetzt und starr vor Schreck. Solche Menschen machen doch vor nichts halt, stellen sich frech am Todestag vor das Grab und leiern da nur Klatsch und Tratsch runter und kassieren dafür noch Geld. Das dieser Mensch noch in den Spiegel schauen kann....von Pietät keine Spur....
Dienstagmorgen fuhren wiederum einige nach Hause, der Rest am Mittwochmorgen. Zuvor fuhren diese noch einmal zum Friedhof und machten dort die traurige Erfahrung, dass das Grab kurz zuvor radikal abgeräumt war, bis merkwürdigerweise auf den Kranz, den ich Eingangs schon beschrieben hatte. Gesehen wurde auch eine blonde Frau die in einem weißen BMW angekommen war und mit einem merkwürdigen Verhalten vom Grabweg verschwand.
Wir müssen also mit der Tatsache weiter leben, dass unsere Blumensträuße und Gestecke nicht am Grab liegen bleiben dürfen. Was uns aber nicht abhält, dies weiter zu tun und weiter zu hoffen, dass sie wenigstens ein paar Tage liegen bleiben. Wir tun es für Rex.
Immerhin haben wir es ja vor 8 Wochen wieder geschafft, dass Rex unter den 35 beliebtesten Hits der deutschen auf den 31. Platz gelandet ist. Dass so etwas nach 10 Jahren seines Ablebens noch möglich ist hätte ihn sicherlich sehr stolz gemacht. Und Tantiemen fließen und fließen......
Ich habe mein Versprechen an Rex Dank Eurer Hilfe einlösen können. Rex wollte mir in einem belanglosen Gespräch einmal weismachen, dass er sehr bald in Vergessenheit geraten werde, wenn er mal nicht mehr sei. Da habe ich ihm widersprochen, indem ich ihm versprach, dass ich schon dafür Sorge tragen würde, dass das nicht der Fall sein wird. Herrlich laut gelacht hat er darüber unser Rex und zum 10.Todestag ist es uns allen gelungen, dass er in den Medien noch einmal ganz groß aufgetaucht ist und auf ganz München gesehen hat.
Nach diesem Gedenktreffen war mir ein wenig als wenn ich mit Euch zum Konzert bei Rex gewesen wäre.
In diesem Sinne.....
Hossa, Hossa, Hossa..........
München, Oktober 2009
In Erinnerung an unseren Rex Gildo
Ute Beck
Ganz egal wie sich jemand bemüht immer alles wegzuräumen, wenn von uns jemand zu
Rex geht wird er immer seine Blumen bekommen.
Abends im Lenbach´s (26.10.2009)
Es ist schon zu einer
Tradition geworden.
Nachdem wir am Nachmittag des 26.10.2009 auf dem Ostfriedhof Rex sein Grab
besuchten und nochmals Blumen gebracht hatten, trafen wir uns Abends bei Christa
im
Lenbach´s.
In dieser kleinen Kneipe war Rex sehr oft anzutreffen und Bilder von ihm hängen
an den Wänden.
Beim Eintreffen hat uns Christa, wie immer, sehr nett begrüßt.
Manche kommen öfter im Jahr zu Christa aber bei den meisten dauert es ein Jahr
oder noch länger, da die Anreise von Einigen doch recht lang ist und man sich
das nicht jedes Jahr leisten kann.
Aber egal wie oft jemand kommt, es gibt immer Gesprächsstoff da man aus den
verschiedensten
Städten kommt.
Die weiteste Reise hatte Andrea aus Ungarn auf sich genommen.
Den ganzen Abend konnten wir Rex seine Musik hören.
Ganz besonders haben wir uns gefreut, dass auch Dave kam.
Das ist dann schon eine besondere Begegnung für uns.
Es wurde ein gemütlicher Abend und als dann die Zeit kam.... als Rex vor 10
Jahren gestorben ist ....hat jeder daran gedacht.
Wir sind Rex sehr dankbar für seine Lieder und wir werden sie immer hören weil sie uns gut tun.
Es war ein besinnlicher Abend, irgendwie waren wir Rex nah und es war wieder einmal schön bei Christa im Lenbach´s zu sein.
Am Mittwoch kam dann, wie sollte es auch anders sein, die von allen befürchtete Ernüchterung.
Das Grab war wieder restlos abgeräumt, bis auf.......richtig......der riesengroße Kranz.
Wir haben dann noch den Friedhof abgelaufen um zu schauen, auf welchen anderen Gräbern wohl etwas zu finden ist.
Nur zwei Reihen weiter wurden wir dann auch schon fündig. Die Blumen sahen zwar nicht mehr so toll aus, aber waren noch tausendmal besser als das Grab, das wohl schon seit Monaten nicht mehr gepflegt wurde.
Die restlichen Kerzen und Gestecke waren jedoch spurlos verschwunden.
© 2010 by Regina Schulz & Renate Ritter
© 2010 by Regina Schulz